Tina Dico (Dänemark)

28. Juli 2010, 20:00 Uhr, Theatervorplatz

VVK voll erm. AK voll erm.
9,00 7,00 11,00 9,00

Jokerkarten gelten

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Im Englischen gibt es das schöne deutsche Lehnwort „Wanderlust“, das neben Millionen Aussteigern und Beatniks auch unzählige Künstler von Jack Kerouac bis Björk beseelte. Eben jene Wanderlust erfasste auch die Dänin Tina Dico mitten in der Pubertät und wurde zur Inspiration für ein bisher schon über 15jähriges Musikerleben als umjubelte Folk-Pop-Sängerin und Bandleaderin. Und Frau Dico wird, wohlgemerkt, 2010 erst 33 Jahre. Die Teenager-Tina begann im zarten Alter von 10 Jahren mit dem Songschreiben, gründete mit 15 ihre erste Band und begab sich bald von Århus aus auf die skandinavische Indie-Road. Immer dabei: die Gitarre und eine raumgreifende, erstaunliche, tiefe Stimme. Und ein einigermaßen unbeugsamer Wille, die eigene Kunst auch selbst in die Hand zu nehmen. Für die erste LP „Fuel“, die 2001 nach acht Jahren Reise, Suche, Religionsstudium, Musikkonservatorium und diversen Musikwettbewerben erschien, gründete Tina Dico kurzerhand ihr eigenes Label, Finest Grammophon, und sang sich mit höchst eingängigen, eigenen Folk-Songs und Gitarren-Balladen in die Herzen ganz Dänemarks. Der Beginn eines nationalen Pop-Märchens? Doch nein, hier schlug wieder die Wanderlust zu, Frau Dico sagte tak!, danke!, und setzte sich ab nach Großbritannien. Um: Musik zu machen. Und der gewissen Enge zu entgehen, der jütlandischen.

London sollte für die nächsten sieben Jahre zum Lebensmittelpunkt von Tina Dico werden, hier schrieb sie an Songs für anderer Künstler, sammelte eigene für ein nächstes Album. Dem eigenen kleinen Homeland blieb sie vorerst fern, ging statt dessen mit dem Ambient-Elektro-Duo Zero 7 auf Tour, und veröffentlichte in schneller Folge seit 2006 in jedem Jahr mindestens ein Album, inzwischen sind es schon sieben Stück. Mittlerweile wohnt Frau Dico wieder in Dänemark. Und hat einen Preis des Kronprinzen erhalten, für „kulturelle Verdienste“. Aber musikalisch ist sie weiter auf der Reise. Von Alanis-Morrisette-Anleihen über puristische Gitarrenlyrik bis Londoner Eastend-Songs. Und immer noch singt sie meist mit geschlossenen Augen. Um in jedem Song ausgiebigst spazieren gehen zu können.